Fumarsäure ab 2013 als MS-Basistherapie?

Bei den im Oktober bei der ECTRIMS-Fachtagung in Amsterdam vorgetragenen Erkenntnissen überraschten besonders die guten Ergebnisse des von Biogen Idec auf seine Schubminderung getesteten ursprünglichen Schuppenflechtemedikaments mit dem Wirkstoff Fumarsäure (auch bekannt als BG 000012 oder Fumarat als Abkürzung für Dimethylfumarat) positiv:
Nach zwei Jahren hatten Patienten, die BG-12 zweimal täglich einnahmen, 49 Prozent weniger Schübe erlitten, und bei dreimaliger Einnahme der Arznei 50 Prozent weniger als mit dem Scheinmedikament.
DGN-Pressemitteilung vom 07.11.2011

Viagra verringert MS-Symptome drastisch im Tiermodell

Viagra bei Multiple Sklerose?    Bild von Wikimedia Commons

Mit etwas Ironie könnte man die derzeitige Nachrichtenlage als "reizvoll" für ausreichend aufgeschlossene Multiple Sklerose-PatientInnen verstehen. Zwar immer noch keine Heilung oder nur ein tiefer gehendes Verständnis in Sicht, aber die symptomatisch wirksamen Therapieoptionen versprechen interessante Entwicklungen.

Zuerst hat der deutsche Bundestag das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) zumindest so weit geöffnet, dass das THC-haltige Sativex von Almirall (über das wir im Zuge der UK-Zulassung berichteten) genau hindurchpasst und nun gibt ein Forschungsteam von der Universitat Autònoma de Barcelona in Spanien bekannt, dass es gelungen sei, 50% der Tiere innerhalb von nur acht Tagen symptomfrei zu bekommen.

Fampyra/Ampyra von EMA nicht befürwortet

Wie Kommentator HD gerade schreibt, hat die europäische Behörde EMA-CHMP eine Zulassung von Fampyra (europäischer Name)/Ampyra nicht befürwortet.

Updates des Ampyra-Updates: Ampyra-Abgabe an MS-Betroffene vorerst unterbunden

Update 03.01.2011: RICHTIGSTELLUNG
Die ohne Quellenangabe oder Prüfung vom 17.12.2010 bis 30.12.2010 an dieser Stelle von uns getroffene Behauptung, der Bayerische Apothekerverband habe bewirkt, dass Ampyra ohne Zulassung nicht mehr an Multiple Sklerose-Erkrankte abgegeben werden dürfe, widerrufen wir hiermit (siehe auch Update vom 30.12.2010 direkt untenstehend) als unrichtig.
Gleichzeitig erklären wir, dass deshalb selbstverständlich auch der Hinweis auf die BAV-Website als geeignetes Ziel für Netz-Attacken ("Ionenkanone") ausdrücklich -- und mit großem Bedauern -- zurückgenommen wird.
Anmerkung: Dieser leichtsinnige Cyberattacken-Hinweis war, wie auch bereits am 30.12.2010 hier an dieser Stelle klar erklärt, polemisch und satirisch gemeint und zu keinem Zeitpunkt als ernst gemeinte Aufforderung zu verstehen. Es tut uns aufrichtig leid, wenn dies von unseren Usern ernst gemeint interpretiert wurde.) Gleichzeitig schließen wir die Kommentarfunktion für diesen Beitrag.


Update 30.12.2010: WIDERRUF
In einer früheren Version dieses Beitrags haben wir unrichtige Behauptungen hinsichtlich der an dieser Veränderung beteiligten Personen/Organisationen getroffen, die wir hiermit durch Entfernen voll umfänglich zurück nehmen. Wir kommen dieser Aufforderung gerne nach, da der MS-Reporter mit diesem Bericht zu keinem Zeitpunkt falsche Tatsachen berichten, sondern nur an einem konkreten Beispiel belegen wollte, wie kompliziert die Mechanismen des deutschen Gesundheitsmarkts sind und wie sehr Betroffene diesen ausgeliefert sein können -- soweit gehend, dass konkret lebenserleichternde Maßnahmen (hier: Ampyra®) wieder zurück genommen werden müssen. Als private Webseite ohne Gewinnerzielungsinteresse geht es uns nur um die Betroffenen, aber nicht darum, irgendjemanden für irgendetwas anzuprangern.

Ampyra® darf vorerst nicht mehr an Multiple-Sklerose-PatientInnen in Deutschland abgegeben werden -- wir haben ja seit Ende Oktober einen Erfahrungsbericht mit Ampyra laufen. Für diejenigen, die gute Resultate damit erzielten, ist dies ein herber Rückschlag.

Erfahrungsbericht: Ampyra-Tabletten zur Steigerung der Gehgeschwindigkeit

(UPDATE: 18.11.2010)

Ampyra Tablette 10mgDieser Beitrag soll über die nächsten Tage meine Erfahrungen mit der Anwendung von Ampyra® dokumentieren, sowohl hinsichtlich eventueller Nebenwirkungen als auch hinsichtlich der beabsichtigten Wirkung, einer Verbesserung der Gehfähigkeit.

MS-Tablette Cladribin: Zulassung durch EMEA abgelehnt

Schlechte Nachrichten für alle, die auf Merck Seronos Cladribine als (erste) MS-Tablette in Europa gewartet haben: Vergangenen Freitag hat die EMEA die Zulassung abgelehnt.
Logo EMEA

MS-Tablette Gilenia (FTY720) kurz vor US-Zulassung, aber FDA warnt vor Nebenwirkungen

Morgen diskutiert ein beratender Ausschuss der FDA über seine Empfehlung für Gilenia, so die vorgeschlagene Handelsbezeichnung für FTY720 bzw. Fingolimod.

Cannabis-Spray Sativex ab Mitte 2010 in GB und Spanien

Sativex, Cannabis-Spray    Bild:
   Conselleria de Sanitat

"Sativex", das Cannabis-Präparat, welches unter die Zunge gesprayt wird, um dadurch Spastiken und andere MS-Sypmtome zu verringern, ist in zwei europäischen Ländern in die letzte Phase des Zulassungsprozesses eingetreten: Die Zulassung soll noch im Juni 2010 erfolgen, mit einer Markteinführung von Sativex in Spanien wird dann in der zweiten Jahreshälfte 2010 gerechnet.

Sativex-Vertrieb in Europa

Der Vertrieb in Europa erfolgt über Bayer (UK) und Spaniens Almirall (restliches Europa), welche jeweils Lizenzabkommen mit den Entwicklern von Sativex, GW Pharmaceuticals aus Großbritannien, geschlossen haben.

Cladribin-Tabletten zur Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose: Zulassung beantragt

Merck hat bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMEA die Zulassung von Cladribin beantragt.
Mit der Zulassung sei bestenfalls Ende 2010, vermutlich Anfang 2011 zu rechnen.

CDP323: Phase II Studie beendet, Entwicklung abgebrochen

Neben den sich häufenden PML-Fällen unter Tysabri (siehe z.B. hier) muss Biogen Idec einen weiteren Rückschlag vermelden: Die gemeinsam mit der belgischen UCB entwickelte und als Hoffnungsträger in die Phase II Studie gegangene Substanz CDP323 (wir berichteten, Wikipedia) hat bei Abschluss der Studie keine signifikante Wirkung gezeigt, die Entwicklung wird abgebrochen.

FTY720: Umsatz mit MS-Tablette soll 2012 bereits über 600 Mio. USD liegen

In der aktuellen Saison der Quartalsergebnissen und zum Start des Jahreskongresses der American Academy of Neurology, will Novartis mit Zahlen beeindrucken, die keinen MS-Patienten so richtig jubeln lassen.

Wer hat die erste MS-Tablette und Kiffen auf Rezept: Sammelsurium

Merck (Cladribine, PDF) und Novartis (Fingolimod/FTY720) lieferten zuletzt einen Showdown, wer die erste Tablette als Multiple Sklerose-Therapie auf den Markt bringt (Cladribine ab Mitte 2009 und FTY720 ab Ende des Jahres?), vor allem natürlich, um die Finanzmärkte zu beeindrucken und um den eigenen Aktienkurs zu stützen.
Wer englisch kann, möge sich die Weblogs der beiden TRANSFORMS Studienteilnehmer ansehen: Kim's Mandatory Rest Period und Fingolimod & Me. Beide bieten Einblicke, wie man sie im deutschsprachigen Web bisher nicht findet.

FTY720 Studie TRANSFORMS zeigt höhere Wirksamkeit als Avonex®

Novartis hat mit oral einzunehmenden FTY720 das nächste MS-Blockbuster-Präparat einen Schritt weiter zur Marktreife gebracht: Die TRANSFORMS Studie zeigt eine um 52% verringerte Schubrate und wird gut vertragen. Die Zulassung in der EU ist für Ende 2009 geplant, die Placebo-kontrollierten Phase III Studien FREEDOMS und FREEDOMS II laufen weiter.
Nun suchen wir noch etwas für die restlichen 48% Schubrate ...

Oral verabreichtes Fumarat (BG00012) mildert schubförmig-remittierende Multiple Sklerose

Eine Phase-II-Studie konnte nachweisen, dass oral verabreichtes Fumarat (BG00012) die mit der schubförmig verlaufenden multiplen Sklerose (RRMS) verknüpfte MRI-Aktivität (per Magnetresonanztomographie gemessen) erheblich verringern kann. Die Ergebnisse der Phase-III-Studien werden nun erwartet. Professor Ludwig Kappos vom Schweizer Universitätsspital Basel und Kollegen stellen die Ergebnisse in einem aktuellen Artikel vor.
Quelle: The Lancet (DE)

Alemtuzumab (Campath) regeneriert Gehirnzellen!

 N E W S F L A S H 

Das in der Testphase befindliche MS-Medikament Alemtuzumab (Campath) [Wikipedia/EN] bewies seine Wirksamkeit in einer seit drei Jahren laufenden Phase III Studie, berichtet der britische Neurologe Alasdair Cole von der Universität Cambridge/England der Nachrichtenagentur Reuters.
Es sehe so aus, als ob das Medikament dazu führe, dass sich Gehirnzellen regenerierten ...
Update 24.10.2008:
sueddeutsche.de bezeichnet Alemtuzumab als "Hoffnungsträger mit Risiko" (Danke an andrea für den Hinweis!)

Cladribin-Tabletten bei Multipler Sklerose in Zulassungsstudie

Merck startet eine zweite Phase-III-Zulassungstudie zu den oral zu verabreichenden Clabridine-Tabletten bei Multipler Sklerose.
Bei der US-Behörde für Arzneimittelsicherheit FDA befindet sich Cladribin (Mylinax) schon im beschleunigten Prüfverfahren.

Neues Kontrastmittel Gadofluorine M bildet MS-Läsionen besser ab

Prof.Dr. Martin Bendszus von der Neuroradiologie der Uni HeidelbergVon wegen Sommerloch: Für Multiple Sklerose Patienten gibt es derzeit viele Nachrichten zu Fortschritten in der MS-Forschung.

So gelang es im Tiermodell, bislang meist unerkannt gebliebene Gewebeschäden durch Multiple Sklerose mit Hilfe eines neuen Kontrastmittels im MRT sichtbar machen.

Copaxone (Glatirameracetat): Doppelte Dosis hilft doch nicht besser

Wie FAZ.net heute berichtet, hat eine Phase-3-Studie ("FORTE") gezeigt,
dass die Verdopplung der Dosis auf 40 mg keine Verbesserung der Rückfallrate bringt.
Dies teilte das Unternehmen Teva heute mit.

Laquinimod als Tablette gegen MS

Laquinimod DevelopmentÜber die bereits erwähnte Substanz Laquinimod gibt es gute Studienergebnisse. Laquinimod ist ein neues MS-Medikament in der Entwicklung. Es wird wie Fingolimod oral als Tabletten eingenommen.


Rituximab versagt bei PPMS (Studie)

Die Hersteller von Rituxan (Rituximab), Genentech und Biogen Idec geben bekannt, dass Rituximab für primär-progrediente MS nach einer 96 Wochen dauernden Studie als nicht erfolgreich eingeschätzt wird.

Intrathekale TCA-Therapie bei MS: Erfahrungen gesucht

Eine Zuschrift des Lesers "stephan" lenkte unseren Blick auf eine seit langem bekannte, symptomatische Therapie von Multiple Sklerose:
Die intrathekale TCA-Therapie.

Er fragt:
Ich habe nächste Woche meinen ersten Termin zur intrathekalen Cortison-Gabe. Was ich bisher Gutes darüber gehört habe, lässt mich hoffen, meine Gehfähigkeit zu verbessern. Allerdings habe ich von Nebenwirkungen wie Potenzproblemen und schlimmen Kopfschmerzen gehört. Ist da was dran oder ist das eher Panikmache?
Wir rufen unsere geneigten LeserInnen auf, eigene Erfahrungen mit dieser Therapieform hier in den Kommentaren einzuwerfen.
Eine kleine Liste von Links auf deutschsprachige Seiten zum Thema TCA-Therapie (auch als "ITT" abgekürzt) haben wir in der Langfassung dieses Beitrags zusammengestellt.

Rituximab bei MS: Radiobeitrag von SWR2 Campus

Rituximab (wir berichteten), das der Krebsbehandlung entspringt, zeigte erstaunlich gute Studienergebnisse bei MS-Patienten, die auf andere Therapien nicht ansprachen (sogenannte Non-responders). Ein ca. 5-minütiger Radiobeitrag von SWR2 Campus erklärt Wirkungen und spricht mit beteiligten Wissenschaftlern.