Seeing MS: Zeige den Anderen deine MS

Bildnachweis: Eigenes Foto eines Ausstellungsplakats der Fondation Beyeler

Es ist immer wieder aufregend zu sehen, welche Bemühungen ausländische MS-Gesellschaften anstellen, um die Öffentlichkeit für die perfiden Auswirkungen dieser Erkrankung zu sensibilisieren. Auch in der Vergangenheit sind die australischen, die britischen oder die österreichischen MS-Gesellschaften mit ihren Aktionen aufgefallen. Die neueste Aktion stammt von der australischen MS-Gesellschaft und hat das Potenzial, sich rasend über die sozialen Medien zu verbreiten: eine Website, mit von Usern erstellten Fotos, die mit einer kostenlosen Smartphone-App geschossen wurden.



Das Projekt "Seeing MS" lädt dazu ein, die "unsichtbare Krankheit" für alle anderen sichtbar zu machen.

Auf der Website werden die von den Nutzern der für Android und iOS kostenlos erhältlichen App geschossenen und freigegebenen Fotos in einer Galerie dargestellt. Der Clou: die App kommt mit Filtern, wie man sie beispielsweise von Instagram kennt, welche die einzelnen Symptome von Multiple Sklerose veranschaulichen sollen. Zur Auswahl stehen Bildfilter für unscharfes Sehen, Schmerzen, fehlerhaftes Empfinden von heiß und kalt, Spastik, Schwindel, Fatigue, Benommenheit, Gleichgewichtsstörungen und Gefühlsstörungen. Die Ergebnisse sind teilweise verblüffend, teilweise etwas enttäuschend (wie das Demo-Foto oben ;-) - insgesamt aber interessant genug, um unbeteiligte Öffentlichkeit zu interessieren und mediale Verbreitung des Projekts zu garantieren. Die Bilder werden dabei mit kurzen und passenden Beschreibungen versehen, die das dargestellte Symptom für Nicht-Betroffene erklären. Der oben im Demo-Foto gewählte Filter für Spasktik wird beispielsweise untertitelt mit:

Muskelsteifheit kann zu unkontrollierbaren Krämpfen führen. In extremen Fällen werden Teile des Körpers vollständig blockiert.

Allen, die sich nun auf den Weg in den passenden Store aufmachen, um die Applikation auf Ihr Smartphone zu installieren und los zu fotografieren sei mit auf den Weg gegeben, dass es sich bei dem Programm um die Version 1.0.2 handelt, was bedeutet, dass nicht alles perfekt ausgereift ist. So werden beispielsweise Personen mit eingeschränktem Sehvermögen oder stärker ausgeprägten Symptomen deutliche Schwierigkeiten haben, bereits die erste Hürde zu überwinden: die Eingabe von Name und E-Mail-Adresse sowie Passwort zur unvermeidlichen Registrierung. Im Test mit einem iPhone 5s zeigt sich die HTML5-App reichlich störrisch, aber alles andere als barrierefrei. Die zum anmelden eigentlich wirklich notwendige Funktion zum Zoomen des Bildschirminhalts wurde durch nachlässige Programmierung schlicht deaktiviert. Auch werden die Kamerafunktionen des verwendeten Smartphones nicht unterstützt, so lassen sich beispielsweise ins Objektiv genommene Motive ebenfalls nicht einzoomem. Hier besteht also nach Nachbesserungsbedarf, um den Spaß mit diesem Projekt zu steigern, trotzdem verfolgt die Idee einen Ansatz, der sehr ansprechend umgesetzt wurde. Entwickelt wurde das Projekt von der Fullservice-Agentur Grey Group Australia.

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