Deine Christine! - Sehr persönliche und erfrischende Beiträge zum Leben mit MS

Christine Rupp    Foto: Christine Rupp, privat

Die 43jährige Christine Rupp hat schon sehr lange Zeit MS und berichtet in ihrem neuen Weblog über ihr Leben und auch über die Leben anderer MS-Betroffener. Der Titel "Deine Christine!" mag auf den ersten Blick etwas egozentrisch wirken, aber ein Blick in die von ihr geschriebenen Zeilen reicht aus, um zu erkennen, dass hier jemand mit viel Verve (Wikipedia zu Verve) und Herzblut vor gerade mal drei Wochen zu bloggen begonnen hat und dabei so erfrischend kompakt und uneitel schreibt, dass es Spaß macht, ihre oftmals humorvollen Texte zu lesen.



Gestern hat sie eine Serie gestartet, in der andere MS-Betroffene, ihre MS-Koordinaten und ihr Leben/ihr Wirken vorgestellt werden. Den Anfang macht der 69-jährige MS-"Routinier" Konrad Euteneuer. Er schafft Kunst aus Kupfer.

Die Idee, anderen einen Ort im Netz zu geben, gefällt mir gut. Über die Kommentarfunktion lassen sich auch Kontakte außerhalb der Facebook-Welt knüpfen, Fragen stellen oder motivierende Beiträge hinterlassen. Motiviert sollen nun auch meine Leser/innen ihr Blog besuchen und die Autorin konditionsstark auch zukünftig ihre munteren Beiträge verfassen.

Leute, bloggt!

Es ist Eures und versinkt nicht im Social Media-Rauschen, sondern bleibt für Alle zugänglich. Eure Inhalte, Eure Meinungen. Auch den MS-Reporter habe ich vor über acht Jahren als Weblog gestartet gehabt, und obwohl manchmal unbelebt wirkend -- still bloggin'! Aber klar, auch "Deine Christine!" hat eine Facebook-Fan-Seite ;-)

Kommentare


Christine kenne ich. Sie ist eine willensstarke, fröhliche Frau mit viel Humor. Ich hoffe, dass sich viele Leute an ihrem Blog erfreuen können, es schöne neue Kontakte gibt, der Blog betroffenen helfen kann und einen regen Erfahrungsaustausch entsteht.

Wunderbar finde ich, dass auch Seiten wie MS-Reporter über diese wunderbare Frau berichten. Ich wünsche allen betroffenen viel Kraft und Freude am Leben.

#1 8. Juli 2015 (Antwort)

Petra Nijman - Legden-Asbeck

Meine MS wurde Ende 2006 diagnostziert. Ich konnte immer schlechter Ski-Fahren und hatte beim Motorrad-Fahren Angst, meine Maschine im Stand nicht mehr halten zu können.

Na ja nun wusste ich, woran es lag. Und ich hatte 3 anstrengende Jahre vor mir, mein Leben komplett umzukrempeln. Zuest gab ich meinen Job auf, verkaufte mein Haus, trennte mich von meiner langjährigen Partnerin, die meine MS einfach nur schrecklich fand (wahrscheinlich dachte sie mehr an den Ausfall unseres Ski-Urlaubs in den Domomiten), beantragte BU-Rente, Behinderten-Ausweis etc. Tragisch ist es z.B. dass man als Rollstuhfahrer keine Unfallversicherung mehr haben dann. Nach langer Recherche fand ich heraus, dass der ADAC mich versichert und ich auch als Rollifahrer im Ausland alle Assistenzleistungen bekomme. Das war mir wichtig, denn ich brauche Hilfe, wenn ich z.B. in Bangkok verunfalle und Assistenzleistungen benötige.

2011 hatte ich endlich die Zeit, meinen Jugendtraum zu erfüllen. Ich fuhr von New York 1 x rund um die USA, 5 Monate lang 28.000 km. Seitdem kann mir keiner mehr erzählen, dass man mit dem Rollstuhl nichts mehr machen kann. 2012 war ich das erste Mal 3 Monate in Thailand, 2014 wieder.
In Thailand lernte ich eine gebildete Frau meines Alters kennen. Die ist zur Zeit wieder 3 Monate in Deutschland und wir machen Reisen zur Erkundung unseres schönen Deutschlands. Dieses Mal geht es in Elsass und an den Bodensee.

Also das Leben hat sich sehr verändert, aber ich geniesse es. Seit Jahren probiere ich den öVPN immer mehr. Komme schon mit dem Zug von Dresden nach Leipzig. Nächstes Ziel ist Berlin. Ich denke, das Zugfahren ist das größte Abenteuer für einen Rollifahrer. Nichts ist plan- und berechenbar. Die Bahn bringt es nicht fertig, die Bahnsteige auf eine Höhe zu bingen, dass man barrierefrei aus den Regionalbahnen ein- und aussteigen kann. Doch die Infrastruktur wird immer besser - man muss halt nur viel Geduld haben und auch den Mut haben, andere Mitreisende um Hife anzuquatschen. Hat bisher immer gut funktioniert.

Mein Traum ist, dass ich irgendwann meinem Ford Behinderten-Lastwagen mit Hebebühne für meinen Rollstuhl verkaufen kann. Die Karre steht meist nur herum und verursacht trotzdem Kosten.

Nun ja - ich denke, das Wichtigste ist es immer noch Träume und Projekte zu haben und davon habe ich bis an mein Lebensende genug.

#2 19. Juli 2015 (Antwort)

Ralph von Muehldorfer

Hallo Ralph,
schön wenn Du, genauso wie ich, noch Träume hast. Auch wenn es nicht mehr so geht wie früher.... Es geht, nur anders und wir machen das Beste draus.
Herzliche Grüße sendet, Deine Christine!

#2.1 4. Oktober 2015 (Antwort)

Anonym

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