"Ich kann mich ja nicht mal am Kopf kratzen."

Der Berliner Tagespiegel druckte gestern einen Artikel ab, der dankenswerterweise auch online zu finden ist. Er beschreibt die Multiple Sklerose-Karriere eines Mannes, der heute 69 Jahre alt ist und seit drei Jahrzehnten mit dieser Krankheit lebt, davon 22 Jahre im Rollstuhl. Der Artikel basiert auf einem Interview, das eine Tagesspiegel-Redakteurin mit ihrem an MS erkankten Vater führte.

Es ist bedrückend und gleichzeitig voller menschlicher Wärme, wenn der Mann an Kleinigkeiten des Alltags schildert, was sein Leben beherrscht:
Mir tut es auch so weh, dass ich meine Enkel nie selbst in den Arm nehmen kann.
Eine Mitarbeiterin hat mich jeden Tag mit dem Auto in die Bank mitgenommen und wieder nach Hause gebracht, hat mich sogar in der Bank gefüttert. Als dann andere immer häufiger für mich mitschreiben und telefonieren mussten, habe ich gemerkt, es geht nicht mehr.
Unvorstellbar scheint, wie er trotzdem feststellt:
Mir geht es nämlich gut. Weil ihr als Familie für mich da seid.
Und fast schon beiläufig und nüchtern anmerkt, dass er sich ja noch nicht einmal selbst das Leben nehmen könne.

Nichts für schwache Nerven!

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