Genetisch veränderte Knochenmarkzellen lindern MS-Symptome im Tiermodell

Wissenschaftler der Uni Bonn testen erfolgreich die Injektion von genetisch veränderten Knochenmarkzellen an Labormäusen, die an einer tierischen Variante von Multiple Sklerose litten. Inwieweit dies Hoffnung geben kann für die vom Labortier deutlich unterschiedliche MS beim Menschen ist wie immer unklar.

Sogenannte Mikrogliazellen übernehmen die körpereigenen Aufräumarbeiten, indem sie abgestorbene Zellen entsorgen. Die genetische Veränderung hat zum Ziel, dass diese das Eiweiß TREM2 produzieren, was zur Aktivierung benötigt wird.
Bereits zwei Stunden nachdem die genetisch modifizierten Zellen den Mäusen injiziert worden waren, waren sie im Zentralnervensystem angelangt, stoppten dort die Schädigung der Nervenisolierungen und führten zu einer verstärkten Beseitigung der toten Zellen, beobachteten die Wissenschaftler. Als Folge der Behandlung zeigten die Mäuse deutlich weniger Krankheitssymptome und wiesen auch weniger beschädigte Nervenzellen auf.
Schon häufig wurden im Tiermodell an einer Experimentellen autoimmunen Enzephalomyelitis (EAE) beachtliche Erfolge erzielt, die sich bei der Variante am Menschen nicht bestätigen ließen. Daher ist dies nur als Ansatz zu werten, weiter am Thema TREM2-Aktivierung über genetisch veränderte Knochenmarkzellen zu forschen -- Potenzial für die Therapie am Menschen ist also möglich, aber keinesfalls gesichert.

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