Pharmaindustrie aus "neutraler Sicht"

Das Freie Radio Erfurt hat einen Sendebeitrag online genommen, in dem Autor Albert Jörimann die Pharmaindustrie "aus neutraler Sicht" betrachtet.


Der offenkundig unabhängige Beitrag enthält einige launige Argumentationen wie z.B.
echte Probleme scheinen sich aber bei Biogen Idec zu bestätigen, einer Biotechnologieunternehmung, die ein Medikament gegen Multiple Sklerose auf den Markt gebracht hat mit dem schönen Namen Tysabri, das sie aber sofort, nämlich im Jahr 2004, wieder vom Markt nehmen musste, da es bei einigen Patienten zu Gehirnschädigungen gekommen war. Das mag man bei Multipler Sklerose soweit begreifen, die ja ihrerseits das Hirn angreift; aber damals wurde ein direkter Zusammenhang zwischen Tysabri und neuen Gehirninfektionen vermutet. Anschließend wurde das Medikament wieder zugelassen, und jetzt liegen neben zahlreichen Verdachtsmeldungen offenbar wieder bestätigte Fälle von Gehirninfektionen vor mit dem Namen PML (progressive multifokale Leukoenzephalopathie), was doch genau ins Bild einer Raffzahn-Pharmaindustrie passt und im Fall von Biogen Idec wohl auch zutrifft.
Diese Sicht vernachlässigt individuelle Risiko-Abwägungen, bei denen ein schubmindernder (=lebensverbessernder) Aspekt die Risiken, eine PML zu entwickeln, wert sein könnte.
Zu Tysabri siehe auch unsere Sammlung von Erfahrungen von Tysabri-verwendenden MS-PatientInnen.

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