hiPOSC OPCs: Myelin-Reparatur mit Stammzellen aus der eigenen Haut

mouse cingulate cortex Bildnachweis: User: neurollero, Flickr, CC3.0

Aus Hautzellen abgeleitete Stammzellen konnten im Tiermodell die Demyelinisierung, die u.a. bei Multiple Sklerose für die neurologischen Ausfälle verantwortlich ist, reparieren. Die daraus gezogenen Erkenntnisse könnten eine ganz neue Form der MS-Therapie eröffnen.


Die bisher eingesetzten medikamentösen MS-Therapien setzen darauf, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen bzw. sind zur Linderung von Symptomen gedacht. Das Traumziel hierbei ist es, die Progression aufzuhalten und so die Multiple Sklerose zum Stillstand zu bringen. Wenn es hingegen möglich wäre, die Beschädigungen schneller wiederherzustellen als neue Schäden entstehen, könnte man auch einen Stillstand erreichen -- mehr noch, Regeneration durch Reparatur von (zumindest manchen) beschädigten Stellen könnte sogar die Zeit ein Stück zurückdrehen und residuale Symptome wieder verschwinden lassen. Den ersten bedeutsamen Durchbruch für auf Stammzellen basierende regenerative Ansätze gab es im Jahr 2007, als es gelang, menschliche Stammzellen so zu modifizieren, dass sie als pluripotente Stammzellen die Grundlage für krankheitsspezifische Therapien bilden konnten. Forscher am Medical Center der University of Rochester/USA haben nun Stammzellen der Haut erstmals so umprogrammiert, dass Mäuse mit Myelin-Erkrankungen davon profitierten. Sie berichteten über ihre Ergebnisse am 7. Februar 2013 in der Fachzeitschrift Cell Stem Cell.
Das Tempo und die Effizienz der Myelinisierung [der aus Humangewebe abgeleiteten] hiPOSC OPCs war höher als das der früher untersuchten OPCs aus Embryonalgewebe und es wurde keine Tumorbildung in neun Monaten nach der Behandlung festgestellt.
Quelle: Cell Stem Cell. 2013 Feb 7;12(2), eigene Übersetzung
Die Forschergruppe plant nun klinische Studien mit MS-Patient/innen in New York für das Jahr 2015. Darin sollen eine Reihe von Stammzell-basierten Therapien untersucht werden und ist es ist wahrscheinlich, dass die aus der Haut abgeleiteten Stammzellen bei diesen Studien mit untersucht werden.

Wie immer können wir nur das Beste hoffen und müssen jederzeit damit rechnen, dass nichts Zählbares rauskommt. Träumen muss aber immer erlaubt sein. Die Technologie-Progrose-Spezialisten von Envisioning Technology sehen sowohl die Geweberegeneration als auch Stammzell-Therapien noch in diesem Jahrzehnt - was aber einer weiteren Infografik derselben Quelle widerspricht, in der mit Stammzell-Therapien erst für 2025 gerechnet wird.
Wann auch immer, Hauptsache bald!

Kommentare


Leser Stefan (danke!) weist heute auf einen etwas detaillierten Artikel (englisch) hin: newswire 14.04.2013. Ordinary Skin Cells Morphed into Functional Brain Cells, und für alle des englischen nicht mächtigen automatisch übersetzt von Google Translate

#1 16. April 2013 (Antwort)

Achim

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